Die Geschichte der Highland Games

Die Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen mit Wettkämpfen und fanden bereits im 10. Jahrhundert statt. Ihr Ursprung liegt in der keltischen Tradition und stammt aus der Zeit der keltischen Könige in Schottland. Sie waren Bestandteil der Treffen (Gatherings) schottischer Clans in den Highlands und wurden ausgetragen, um die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden. Sie fanden auch unter wilden Stämmen des Hochlands statt und sind auch heute noch in Schottland zu Hause.

Eine Theorie zur Entstehung geht auf die kriegerische Vergangenheit zwischen England und Schottland zurück, wonach die Spiele ursprünglich zur Auswahl der geschicktesten Krieger und schnellsten Botenläufer dienten. Den Schotten war es, wegen einer Vielzahl von Aufständen gegen die englischen Besatzer, teilweise untersagt Waffen zu tragen. Um dennoch für den Kampf zu trainieren wurden Wettkämpfe veranstaltet, bei denen statt Waffen Alltagsgegenstände verwendet wurden: Eben Baumstämme, Steine oder Heugabeln, mit denen ein Strohbündel möglichst weit oder hoch über ein Hindernis geworfen wurde. Weitere Disziplinen entstanden, laut Überlieferung, aus alltäglichen Arbeiten, so diente zum Beispiel das Baumstammwerfen eigentlich dazu gefällte Bäume von entfernten Wäldern auf ein Floß zu werfen, um diese zum eigenen Dorf transportieren zu können.

Highland Games heute

Der Veranstaltungszeitraum der Highland Games erstreckt sich von Juni bis September. In Schottland gibt es jährlich bis zu 100 Veranstaltungen. Sie sind organisiert in der Scottish Games Association. Die bekanntesten Spiele finden alljährlich Anfang September in Braemar statt. Sie stehen traditionell unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., die meist persönlich anwesend ist.

Die berühmtesten Wettkampfdisziplinen sind: Baumstammwerfen (Tossing the Caber), Steinstoßen (Putting the Stone) und Hammerwerfen (Throwing the Hammer). Weiterhin werden auch die Disziplinen Gewichthochwerfen, Gewichtweitwerfen, Tauziehen, Wettrennen und Steinwerfen durchgeführt. Insgesamt gibt es über 30 verschiedene Sportarten.

Die Highland Games gleichen einem gesellschaftlichen Volksfest und locken jedes Jahr hunderttausende Touristen an. Sie bieten ein umfangreiches Programm mit Tierschauen, Musik-, Tanz- oder Schafhütewettbewerben sowie den athletischen Vergleichskämpfen. Sie werden begleitet von traditioneller Musik (besonders dem Dudelsackspiel), bei der ebenfalls Wettkämpfe ausgetragen werden.

Auch über Schottlands Grenzen hinaus finden Highland Games statt. Die ehemals größten deutschen Highland Games (jährlich ca. 5000 Teilnehmer) fanden bis 2002 jedes Jahr in Berlin statt.

In Österreich begeistern die Alpen Highland Games, bei denen jährlich etwa 80 Teams um den Titel kämpfen. Weiterhin findet dort der „Austrian Highlander Cup“ statt. Hierbei handelt es sich um einen Einzelwettbewerb, in dem der „Austrian Highlander of the Year“ entschieden wird.

Selbst auf der schwedischen Insel Gotland gibt es die Olympiade von Gotland, die nach Art der Highland Games und auch mit ähnlichen Disziplinen stattfindet.